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Nahrungssuche Da man eher erfriert und verdurstet als an Hunger stirbt, steht die Nahrungssuche erst an letzter Stelle. Die Suche von essbaren Kräutern, Fallenstellen und Fischen...

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  #1  
Alt 26.04.2006, 23:05
Benutzerbild von oliver
oliver oliver ist offline
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oliver Stammes Mitglied
Frage Birkensaft

Hallo,

Wie gewinnt man am besten Birkensaft?
- Ist jetzt die beste Zeit dafür?
- Wie macht man das Loch in den Stamm, um den Baum möglichst wenig zu schädigen?
- Wie groß?
- Wie tief?
- Sind mehrere Löcher pro Stamm ok?
- Welches Material hat sich bewährt, um den Saft in ein Gefäß abzuleiten?
- Muss dieser Stab hohl sein, also ein Röhrchen?
- Wie lange kann diese Nutzung betrieben werden?
- Wie wird das Loch wieder verschlossen?

Viele Fragen, aber wenn ich schon einen lebenden Baum anzapfen muss möchte ich ich so wenig wie möglich experimentieren, sondern die Schäden minimal halten.

Danke erstmal,
Oliver
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  #2  
Alt 27.04.2006, 08:13
Benutzerbild von Susanne
Susanne Susanne ist offline
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Susanne BoteSusanne Bote
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Lieber Oliver!
- Die Zeit passt ganz gut - etwas früher wäre noch besser gewesen, aber im Moment haben wir Neumond, da schadet das Anbohren dem Baum am wenigsten.
- Die Lochgröße hängt natürlich stark von der Baumgröße ab. Einen sehr großen Baum kannst Du ruhig 3 - 4 cm tief anbohren, einen kleineren eben entsprechend weniger. Meine Informanten haben einen Akkubohrer verwendet mit einem Bohreinsatz von ca. einem halben cm Durchmesser.
- In dieses Loch haben sie dann ein Plastik-Trinkrohr gesteckt und eine Schale druntergestellt.
- Nach 2 Tagen hatten sie dann ein halben Liter Saft.
- Ich würde dazu neigen, eher nur ein Loch zu bohren, möglichst klein und nicht sehr tief, und dafür mehrere Bäume anzubohren.
Wieviel brauchst Du und wofür?
Würde es für Deine Zwecke nicht auch Tee oder Kaltansatz von Birkenblättern tun? Gerade jetzt treiben die Birken aus, und die Inhaltsstoffe sind extrem stark!
Der Vorteil von einem alkoholischen Ansatz wäre zudem noch, dass er sehr lange haltbar wäre im Gegensatz dem dem Birkensaft, der sich auch im Kühlschrank nicht länger als eine Woche hält!
Liebe Grüße
Susanne

Geändert von survival (27.04.2006 um 09:08 Uhr)
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  #3  
Alt 27.04.2006, 23:00
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oliver oliver ist offline
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oliver Stammes Mitglied
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Hallo Susanne,

Danke für die schnelle Antwort!
Ich würde mit der Flüssigkeit gerne mehrere Dinge ausprobieren: pur trinken, zu Sirup einkochen und evtl. auch noch diesen alkoholischen Ansatz, wenn du mir verrätst, wie das gemacht wird und wofür/wie man das Ergebnis dann verwenden kann. Die Herstellung von Haarwasser soll ja auch möglich sein, da hab ich aber momentan in der Blüte meines Lebens noch keinen akuten Bedarf.

He Thomas, was hast du denn an Susannes Mail rumeditiert? Hast du das Wort "Thomas" durch "meine Informanten" ersetzt, falls euer lokaler Förster ins Forum schaut?

Vorhin war mein Informant noch draußen und hat nach langem Suchen 2 geeignete Birken gefunden. Die eine gab seltsamerweise überhaupt keinen Saft ab und das Loch blieb völlig trocken, obwohl sie eine gute Krone mit austreibenden Blättern hatte, bei der anderen strömte die Flüssigkeit regelrecht raus. Ich befürchte fast, dass das Gefäß diese Nacht überläuft und der halbe Liter schon in einem halben Tag erreicht wird.
Der Tip mit dem Plastik-Trinkrohr ist gut, das kann man an einem Ende knicken und es z.B. in den Flaschenhals einer Flasche stecken, die man an den Stamm bindet.

Morgen mehr. Mein Informant ist gespannt wie ein sehnenbelegter Eiben-Recurve.
Viele Grüße
Oli
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  #4  
Alt 28.04.2006, 08:31
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Hallo Oliver!

Habe nur einen Rechtschreibfehler ausgebessert Smile. Thomas
__________________
Aus der Vergangenheit lernen - im Augenblick leben - an die zukünftigen Generationen denken.
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  #5  
Alt 28.04.2006, 10:01
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Susanne Susanne ist offline
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Genauer gesagt, ICH habe ihn gebeten, mir einen Fehler auszubessern, weil er grad im Forum war.
Ein alkoholischer Ansatz wird prinzipiell mit entweder getrockneten Kräutern - dann heißt er Tinktur - oder mit frischen - dann heißt er Extrakt - und Alkohol hergestellt. Die prozentuelle Höhe des Alkohols hängt davon ab, ob Du eher schleimige bzw. wässrige Inhaltsstoffe ausziehen willst oder eher harzige. Je harziger desto höher der Prozentsatz. Das meiste - wie auch die Birkenblätter - kannst Du mit 70 % ausziehen. Füll die frischen Blätter in ein verschraubbares Glas, so dass sie locker drin liegen. Dann übergieße alles mit dem Alkohol - er sollte ca. fingerdick über dem auszuziehenden Material stehen. Lass das Ganze 10 bis 14 Tage stehen, dann seih es ab und drück es noch kräftig aus. Abfüllen in eine dunkle Flasche und SOFORT beschriften (man glaubt nicht, wie schnell man vergessen hat, was sich in einer bestimmten Flasche befindet).
Birkenextrakt eignet sich äußerlich - brauchst Du ja nicht - für Haarwasser, innerlich eingenommen (3 x 15 Tr am Tag) zum Entgiften, Entschlacken und Entwässern. Würde ich aber mit Brennessel und anderen entschlackenden Kräutern mischen.
Ich möchte Dich auch noch darauf hinweisen, dass die Birke auf der roten Liste der kanzerogenen Pflanzen steht. Ich selbst bin zwar der Meinung, dass eine Pflanze mehr ist als die Summe ihrer Inhaltsstoffe, und wenn ein krebserregender Stoff entdeckt wurde, heißt das für mich noch lange nicht, dass dann die Pflanze als ganzes gefährlich ist, aber der Vollständigkeit halber...
Wie machst Du Sirup aus dem Birkensaft und wofür verwendest Du ihn dann? Kenne ich nämlich nicht.
Bis bald Susanne
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  #6  
Alt 28.04.2006, 21:28
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oliver Stammes Mitglied
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Super Infos, danke! Die Motivation, mich noch intensiver mich essbaren und heilenden Pflanzen zu beschäftigen, ist sprunghaft angestiegen.
Wie lange ist eine Tinktur oder ein Extrakt ungefähr haltbar?
Wird gleich die ganze Pflanze als karzinogen eingestuft, wenn ein entsprechender Stoff gefunden wurde? Bei manchen Pflanzen sind ja nur bestimmte Teile giftig.

Sirup aus Birkensaft... Einer, der das mal gemacht hat, kochte die Flüssigkeit eben so lange, bis sie sirupartig wurde. Sie brannte ihm zwar letztendlich an, weil er zu lange nicht danach schaute, aber es funktionierte.
Zweifel hab ich aber schon. Besonders süß schmeckt die Flüssigkeit ja nicht, es scheint also nicht sehr viel Zucker drin und nicht mit dem nordamerikanischen Zuckerahorn vergleichbar zu sein. Wahrscheinlich wird die Sirupausbeute entsprechend minimal sein, mal sehen.
Spontan fällt mir nur Süßungsmittel als Verwendungszweck ein.

Das Gefäß war heute morgen randvoll, hab ein größeres druntergehängt. In Zeiten und Gegenden, in denen Birkensaftgewinnung noch üblich war bzw. ist, bohrte man 2 bis 5 cm große Löcher in den Stamm und konnte so bis zu 15-20 Liter pro Tag gewinnen. So einen Eingriff verträgt ein Baum aber angeblich höchstens 1-2x in seinem Leben. 5 mm reichen für den Hausgebrauch vollkommen.

Auch das Geheimnis um die Birke mit ohne Saftfluss ist inzwischen gelüftet: Der Fluss stoppt angeblich ziemlich abrupt mit dem Blattaustrieb.

...und tschüss
Oli
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  #7  
Alt 02.05.2006, 22:21
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oliver oliver ist offline
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oliver Stammes Mitglied
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Die beschriebene Herstellung von Sirup kann ich nicht empfehlen. Das Endergebnis schmeckt zwar süß und lecker, aber die Ausbeute ist sehr gering. Die Flüssigkeit lässt sich auf 1/10 der ursprünglichen Menge zusammenkochen, ohne dass sie im geringsten die Konsistenz von Sirup annimmt. Muss ja auch nicht sein, aber wenn die Süße deutlich wahrnehmbar werden soll bleibt wirklich nur wenig übrig... ziemlich unökonomisch und schade um den kostbaren Saft.
Hat jemand Erfahrung mit Harzgewinnung? Ist die auch nur auf kurze Zeiten im Jahr beschränkt?
Grüße,
Oli
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  #8  
Alt 19.03.2015, 18:37
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Schwefelporling Schwefelporling ist offline
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Schwefelporling Stammes Mitglied
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Ich will euch nur darauf hinweisen, daß mal wieder Saison ist. Eine angeschnittene Birke saftet.
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